Kampagnen-Seite "Ich bin NICHT behindert, ich WERDE behindert!" des SoVD - Sozialverband Deutschland e.V. - Landesverband Niedersachsen e.V.

Was wir fordern
"Ich bin nicht behindert - Ich werde behindert"

In Niedersachsen leben rund 1,4 Millionen behinderte Menschen. Davon sind fast 800.000 als Schwerbehinderte anerkannt. Diese Menschen haben langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen. Verschiedenste Barrieren behindern diese Menschen an der mit Nichtbehinderten gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft.

Für den SoVD ist die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Männern, Frauen und Kindern in allen Lebensbereichen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen unverrückbare Zielsetzung und der Einsatz hierfür ständige Aufgabe. Mit dieser landesweiten Kampagne setzen wir uns dafür ein, dass behinderte Menschen zukünftig weniger behindert werden.

Damit das gelingt, müssen die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) verbindlich umgesetzt werden. Landesregierung und Kommunen werden ihrer staatlichen Verpflichtung zur systematischen und umfassenden schrittweisen Verwirklichung der Menschenrechte und Grundfreiheiten behinderter Menschen für das Land jedoch bisher nicht gerecht. Es mangelt sowohl an konkreten Zielen, als auch an einer zielführenden Maßnahmeplanung. Wegen genereller Finanzierungsvorbehalte droht eine „Gewährung von Menschenrechten für behinderte Menschen nach Kassenlage“.

Ein inklusives, weniger behinderndes wird aber nur im systematischen Zusammenwirken des Landes und der Kommunen zu erreichen sein.

Unsere Forderungen:

1. Inklusion verwirklichen

Der „Aktionsplan Inklusion 2017/2018 für ein barrierefreies Niedersachsen. Schritte zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ liegt inzwischen vor. Damit ist eine wichtige Arbeitsgrundlage zur Umsetzung der UN-BRK in Niedersachsen geschaffen. Allerdings sollen kostenauslösende Maßnahmen nur umgesetzt werden, soweit Haushaltsmittel dafür zur Verfügung stehen.

Der SoVD fordert:

  • bedarfsdeckende finanzielle Mittel zur Umsetzung des Aktionsplanes
  • Weiterführung und Fortschreibung des Aktionsplanes für 2019/2020
  • Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände an der Umsetzung und Fortschreibung

2. Behindertengleichstellungsgesetz

Voraussetzung für ein inklusives Niedersachsen ist auch ein Niedersächsisches Behindertengleichstellungsgesetz (NBGG), das an die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) angepasst ist. Das ist bislang nicht erfolgt.

Der SoVD fordert:

  • die Novellierung des NBGG und Anpassung an die UN-BRK
  • Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände

3. Inklusive Schule

Niedersachsen hat zum Schuljahr 2013/2014 die inklusive Schule eingeführt. Der SoVD hat das sehr begrüßt, auch wenn an einigen Punkten Nachbesserungsbedarf gesehen wurde. Von Anfang an wurde auf unzureichende Rahmenbedingungen hingewiesen, die auch durch den Fortbestand der Förderschulen verursacht sind. Die Aufrechterhaltung der Parallelsysteme bindet Ressourcen, die in der inklusiven Schule dringend benötigt werden.

Der SoVD fordert:

  • Stärkung der inklusiven Schule
  • Erstellung eines Gesamtkonzeptes zur Umsetzung der Inklusion in der Schule mit schrittweiser Auflösung der Förderschulen
  • eine bedarfsdeckende personelle und finanzielle Ausstattung

Unterstützen Sie uns dabei, diese Forderungen umzusetzen. Helfen Sie uns dabei, die Kampagne „Ich bin nicht behindert, ich WERDE behindert“ bekannt zu machen. Nutzen Sie alle Kanäle, die Ihnen zur Verfügung stehen – von Facebook bis zum Telefon! Kommen Sie vorbei und besuchen Sie uns in den Kampagnen-Städten. Wir freuen uns auf Sie und sagen: Danke!




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